Hōgen u. Heike Monogatari/Handlung

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Prolog (Teil 1)

Der Erzähler rezitiert die berühmten Anfangsverse des Heike Monogatari Gion shōja no kane no koe, shogyō mujō no hibiki ari und verweist damit auf die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Taira no Kiyomori, der der Mächtigste der Mächtigen im Japan des 12. Jahrhunderts gewesen war.

Szene 1

Taira no Kiyomori liegt im Sterben und blickt voller Zufriedenheit auf seine glänzenden Erfolge als Oberhaupt der Taira-Familie zurück, deren Mitglieder nun höchste Staatsämter besetzen, bis er in einem letzten Atemzug noch den Befehl erteilt, nach seinem Tode keinesfalls die Zeit mit Trauerfeiern zu vergeuden, sondern endgültig den Minamoto-Clan zu vernichten und ihm den Kopf seines Erzfeindes Minamoto no Yoritomo auf sein Grab zu legen, das sei für ihn die beste aller Trauerfeiern.

Prolog (Teil 2)

Der Erzähler berichtet von einer weit vergangenen Zeit, als noch niemand den Namen Taira no Kiyomori kennt, wie Toba Tennō die Thronfolge bestimmt und wie damit jene Machtkämpfe ihren Anfang nehmen, die den Aufstieg der Taira begründen.

Szenen 2-8

Toba Tennō lässt sich durch ein Medium einen rätselhaften Traum deuten und erfährt, dass ihm nur noch wenige Monate auf Erden zu leben vergönnt sein werden.

Mit dem Tode Toba Tennōs sieht Sutoku Tennō, bestärkt durch seinen Berater Fujiwara no Yorinaga, nun eine Möglichkeit, endlich das Testament seines Vaters anzufechten, der die Thronnachfolge unerwartet zugunsten eines bis dahin unscheinbaren Prinzen geregelt hatte, und entschließt sich zur Rebellion.

Im Hauptquartier Sutoku Tennōs findet vor der entscheidenden Schlacht ein Kriegsrat statt, in dem der große Held Minamoto no Tametomo zur Taktik des Nachtangriffs rät, die aber von Fujiwara no Yorinaga als unschicklich verworfen wird.

Die Schlacht ist entschieden, Fujiwara no Yorinaga wird tödlich getroffen, Sutoku Tennō muss fliehen und entlässt den treuen Minamoto no Tametomo aus seinem Dienst.

Inzwischen zur Verbannung verurteilt leidet Sutoku Tennō daran, ein einsames Dasein fernab der Hauptstadt Kyōto fristen zu müssen und bittet den nun regierenden Go-Shirakawa Tennō mit einem Gedicht um die Erlaubnis zur Rückkehr.

Go-Shirakawa Tennō zeigt sich tief bewegt, lässt sich aber von Taira no Kiyomori überzeugen, dass es besser sei, Sutoku Tennō die Rückkehr zu verwehren.

Sutoku Tennō erfährt sein Los und muss trotz aller Sutren, die er in der Verbannung geschrieben hat erkennen, dass ihm keine Gnade gewährt werden wird. Nun bittet er die Götter, ihn zum furchtbarsten Dämon Japans zu erheben.

Szene 9

Mithilfe Taira no Kiyomoris hatte Go-Shirakawa Tennō die Rebellion niederschlagen können, was sich für den Clan der Taira durch eine immer größer werdende Machtfülle auszuzahlen beginnt. Vor dem heiligen Tor von Itsukushima vernimmt Kiyomori die göttliche Mahnung, sich nicht zu überhöhen und nur dem Kaiser treu zu dienen. 

Szenen 10-11

Die Mönche des Hieizan überbringen dem Kaiser drohend ihre Forderungen, Go-Shirakawa Tennō will sich jedoch nicht wie seine Vorfahren beugen, vertraut auf die militärische Kraft der Taira und lehnt das Ansinnen ab. Kiyomoris ältester Sohn Shigemori erhält von seinem Vater die Erlaubnis, gegen die Mönche vorzugehen und weist sie allein mit Worten in ihre Schranken.

Szene 12

Die Sängerin Giō, die sich bisher der Gunst Kiyomoris erfreut, wird auf einem großen Fest schroff des Saals verwiesen, da Kiyomori von einem Moment auf den anderen seine Vorliebe für die junge Hotoke Go-Zen entdeckt.

Szenen 13-14

In einer einsam gelegenen Waldhütte treffen sich einige Verschwörer, die bereit dazu sind, Kiyomori wegen seiner übergroßen Machtfülle zu stürzen, doch dieser erfährt von den Plänen und schlägt die Rebellion nieder.

Szenen 15-19

Kiyomori glaubt, die Verschwörer hätten im Einverständnis mit Go-Shirakawa Tennō gehandelt und will gegen den Kaiser selbst vorgehen. In der darauffolgenden Nacht wird er von den Geistern der Toten heimgesucht, hält aber weiterhin an seinen Plänen fest, und auch Shigemori, der ihn zur Treue gegenüber dem Kaiserhaus gemahnt, findet kein Gehör. Zwar ist der besonnene Shigemori beim Volk hochgeachtet, weil er bisher Kiyomoris zügelloses Handeln in geregeltere Bahnen zu lenken verstand, doch eine Weissagung verkündet ihm seinen bevorstehenden Tod. Shigemori überreicht seinem Sohn Koremori das zeremonielle Trauerschwert und lässt diesen allein zurück.

Szenen 20-21

Go-Shirakawa Tennō erklärt die Taira zu Feinde des Throns – den kaiserlichen Auftrag zu deren Vernichtung erhält Minamoto no Yoritomo, der künftige Shōgun und jener Rivale Kiyomoris, dessen Kopf Kiyomoris Grab hätte schmücken sollen. Koremori muss aus Kyōto fliehen, während die Sängerinnen Giō und Hotoke Go-zen den Rückzug der Taira elegisch begleiten.

Epilog

Vergänglich ist des Menschen Glück, darum vergesset nicht, auch wenn das Glück euch wohlgesonnen, was mahnend dort geschrieben steht, im alten Lied der Taira.

Handlung10
© Andreas Mrugalla